Pflegepflicht und Anwartschaft

Soldaten benötigen eine Pflegepflicht- und Anwartschaftsversicherung.

Warum der Soldat dies benötigt und was eine Anwartschaft überhaupt ist, erklärt einem nur leider keiner.

Beim Unterricht des Sozialdienstes der Bundeswehr in der Grundausbildung wird es nach einem langen Tag der Ausbildung kurz angesprochen. Die Soldaten sind mit ihren Gedanken dann jedoch schon im Dienstschluss, man kann es ihnen nicht verübeln.

Warum Pflegepflicht?

Im Fünften Sozialgesetzbuch schreibt der Gesetzgeber, dass es in Deutschland im Gesundheitswesen zwei Pflichten zur Versicherung gibt. Das ist zum einen die Pflicht zur Krankenversicherung und zum anderen die Pflicht zur Pflegeversicherung.

Der Zeitsoldat genießt die „unentgeltliche Truppenärztliche Versorgung“, auch „Freie Heilfürsorge“ genannt. Ist er krank, kann er sich also kostenfrei bei seinem zuständigen Truppenarzt versorgen lassen. Auch Überweisungen zum zivilen Arzt werden vom Truppenarzt ausgestellt. Diese Art der Versorgung stellt die Krankenversicherung des Soldaten dar. Was nicht gedeckt ist, ist die Pflegeversicherung. Um diese muss sich der Soldat also selber kümmern!

Die Pflegepflichtversicherung

Im zivilen Leben folgt die Pflegeversicherung immer der Krankenversicherung. Der Zeitsoldat hat aufgrund seiner speziellen Situation die freie Wahl, wo er sich pflegeversichern möchte. Dieses Privileg sollte er sich zu nutzen machen!

Er hat die Möglichkeit, seine Beiträge für die Pflegepflichtversicherung als freiwilliges Mitglied in einer Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) zu zahlen. Er zahlt dann 1,275% von seinem Brutto-Gehalt. Kinderlose Soldaten zahlen noch einen Zuschlag von 0,25%.

Mit jeder Beförderung steigt also der Beitrag an!

Jeder Zeitsoldat sollte sich bei einer privaten Krankenkasse (PKV) pflegeversichern! Die Beiträge sind bedeutend geringer, der Soldat zahlt weniger als die Hälfte im Vergleich zum Beitrag in der GKV!

Die Übergangsgebührnisse nach §11 SVG

Nach Dienstzeitende hat der Zeitsoldat Anspruch auf Übergangszeit. Je nachdem, was Sie dann tuen, bekommen Sie anteilig weiter Gehalt, bis zu maximal 5 Jahren. Wenn Sie also noch ein mal Studieren oder eine Aus- oder Weiterbildung machen, bekommen sie bis zu 90% Ihres letzten Netto-Gehaltes weiter gezahlt. Wie lang die Übergangszeit ist, hängt davon ab, wie lange Sie gedient haben.

  • SaZ 4<5      12 Monate
  • SaZ 5<6      18 Monate
  • SaZ 6<7      24 Monate
  • … …
  • SaZ 11<12    54 Monate
  • SaZ 12+        60 Monate

Während der Übergangszeit hat der Soldat KEINE unentgeltliche truppenärztliche Versorgung mehr. Er muss sich also wieder krankenversichern. Was ihm bleibt ist eine Beihilfe. Der Bund zahlt 70% des Beitrages in der PKV. In der GKV zahlt der Soldat 100% Beitrag selber. Er bekommt auch keinen Arbeitgeberzuschuss.

Bei der Wahl der richtigen privaten Krankenkasse zum Abschluss der Pflegepflicht- und Anwartschaftsversicherung ist nicht nur auf den Beitrag während der Dienstzeit zu achten. Entscheidend ist, was die 30% Beitrag in der Übergangszeit kosten. Hier gibt es immense Unterschiede von weit über 50€ im Monat!

Die PKV ist für den Zeitsoldaten in der Übergangszeit nicht nur bedeutend günstiger als die GKV, sie bietet auch deutlich bessere Leistungen!

Die Tatsache, dass man von der Privaten nicht mehr in die Gesetzliche Krankenkasse kommt, ist schlichtweg falsch.

Doch wozu nun eine Anwartschaftsversicherung?

Die PKV hat keinen Annahmezwang. Hat ein Soldat während der Dienstzeit psychische oder körperliche Schäden erlitten, wird die PKV den Antrag auf Krankenversicherung ablehnen oder einen Risikozuschlag erheben. Dies lässt sich mit der Anwartschaftsversicherung verhindern.

Je jünger und gesünder ein Mensch bei Antragstellung ist, desto besser.

Die kleine Anwartschaftsversicherung

Die kleine AWV friert bei Vertragsschluss (im Optimalfall Ernennung SaZ) den Gesundheitszustand ein. Verletzungen, die sich der Soldat in der Dienstzeit zuzieht, dürfen nach Dienstzeitende nicht berücksichtigt werden. Sie sind also nach DZE noch der gesunde Mensch vom Zeitpunkt der Ernennung. Die PKV muss Sie annehmen!

Die große Anwartschaftsversicherung

Die große AWV friert, zusätzlich zum Gesundheitszustand, das Alter ein. Der Beitrag in der PKV hängt immer davon ab, wie gesund und wie alt Sie sind. So zahlen Sie als 31-jähriger nach 13 Jahren Dienstzeit den Beitrag eines 18-jährigen. Sinn macht das jedoch nur, wenn Sie sich über die Übergangszeit hinaus privat versichern, da die große AWV monatlich deutlich teurer ist, als die kleine AWV. Dies ist der Fall, wenn Sie sicher dauerhaft über 4.500€ Brutto verdienen. Auch als Berufssoldat lohnt sich die große AWV.

Zusammenfassung

  • Die PKV ist sowohl in der Dienstzeit, als auch in der Übergangszeit, deutlich günstiger.
  • Die PKV bietet besser Leistungen als die GKV.
  • Für Zeitsoldaten ist die kleine Anwartschaftsversicherung ausreichend.
  • Preislich entscheidend ist der Beitrag in der Übergangszeit (30%!).

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Henry Werner
Henry Werner
soldatenberatung@henrywerner.de

Mein Name: Henry Werner. Ich bin 1994 in Cottbus geboren, wo ich bis heute lebe. Im Alter von 18 Jahren bin ich nach dem Abitur direkt in die Laufbahn der Offiziere bei der Bundeswehr eingestiegen und studierte dort Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München. Mein Ziel für die Zukunft ist es, jedermann eine gute, unabhängige Beratung zu bieten.