Makler, Vermittler und Co. 

Auf dem Finanzmarkt gibt es drei Arten von Vermittlern, die Versicherungsprodukte anbieten. In der Beratung spielt es eine ganz entscheidende Rolle, welcher dieser drei Beratertypen Ihnen gegenübersitzt. Denn jede Art des Vermittlers knüpft ihn an verschiedene Rechte und Pflichten. 

Zu Beginn einer jeden Beratung ist der Berater dazu verpflichtet, dem Kunden eine „Erstinformation zum Vermittlerstatus“ zu geben. Tut er das nicht, fragen Sie bitte nach! Für Sie als Kunde ist es von entscheidender Bedeutung, von wem Sie sich beraten lassen!

1. Ausschließlichkeitsvermittler

Der Ausschließlichkeitsvermittler ist der typische „Einfirmenvertreter“. Prangt über dem Büroeingang das Banner einer Versicherungsgesellschaft, ist das ein Indiz dafür, dass der darinsitzende Berater ein Vertreter dieser Gesellschaft ist. Somit verkauft er nur firmengebundene Produkte.

Jedoch hat keine Gesellschaft die besten Produkte in allen Versicherungsbereichen zugleich. Entscheidet sich ein Kunde für eine Zusammenarbeit mit dem Ausschließlichkeitsvermittler, zahlt er zu viel. Oft kann der Kunde bei gleicher Leistung mehrere 100€ sparen, wenn er auf Gesellschaften des gesamten Marktes zugreifen würden.

Ein vermeintlicher Vorteil der Einfirmenvertreter sind so genannte Bündelnachlässe. Hat der Kunde mehrere Verträge bei einer Gesellschaft abgeschlossen, zahlt er ein paar Prozent weniger an Beiträgen. So werben Versicherungsbüros mit den Worten: „Entscheiden Sie sich neben der Hausratversicherung auch für eine Rechtsschutz- und Berufsunfähigkeitsversicherung, so erhalten Sie einen Nachlass von 5%“. Das Ersparnis steht aber in keinem Verhältnis zu dem Sparpotential, das er hätte, würde er auf Gesellschaften zugreifen, die in ihrem jeweiligen Bereich Preis-Leistungs-Sieger sind. Ergebnis: Bessere Leistung für weniger Geld!

Wie kommt es also, dass sich trotzdem so viele Kunden von einem Ausschließlichkeitsvermittler beraten lassen? Ein Grund dafür sind die Werbe-Kampagnen, für die große Versicherer jährlich Millionen zahlen, welche wiederrum am Kunden verdient werden müssen. So zahlte die Allianz dem FC Bayern München im Jahr 2014 rund 110 Millionen Euro für gut 8% der Anteile des Vereins und die Namensrechte an der Arena. (Quelle Süddeutsche Zeitung, Herbert Fromme, 11.02.2014, aufgerufen am 06.03.17) In anderen Kampagnen, welche unter anderem im Fernsehen publiziert werden , wird dem Kunden und seiner Familie Sicherheit vermittelt. Lassen Sie sich von Werbung nicht beeinflussen!

Vorsicht! : Ein Schwerwiegender Nachteil bei Ausschließlichkeitsvermittlern ist folgender:

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Berufsunfähigkeitsversicherung und wollen aufgrund eines Leistungsfalles die Rente beantragen. Die Beantragung wird im Optimalfall direkt von einem Anwalt vorgenommen. Nun haben Sie Ihre Rechtsschutzversicherung aber bei der gleichen Gesellschaft, wie die BU. Konsequenz laut dem Kleingedruckten der Gesellschaft  →  Sie zahlen den Anwalt selbst. Sie können also nie Leistungen einklagen, ob BU, Unfallversicherung oder KFZ-Versicherung.

2. Mehrfachagent

Der Mehrfachagent vertritt die Interessen von mindestens 2 Gesellschaften. So kann er auf mehr Produkte zugreifen als der Ausschließlichkeitsvermittler, jedoch bei weitem nicht auf alle! In Deutschland gibt es über 500 (!) Versicherungsgesellschaften. In der Regel greifen Mehrfachagenten auf 2-10 davon zu. Sie vertreten dabei die Interessen der Gesellschaften und nicht die des Kunden.

Die meisten großen Vertriebsgesellschaften, welche gern angeben unabhängig zu beraten, beschäftigen Mehrfachagenten. Prüfen Sie daher den Status des Vermittlers im „Vermittlerregister.org“.

3. Makler

Der Versicherungsmakler ist der einzige Versicherungsvermittler, welcher wirklich unabhängig von einzelnen Gesellschaften arbeitet. Er kann auf nahezu alle sich am Markt befindlichen Produkte zugreifen und so für den Kunden allumfassende und individuelle Beratung gewährleisten. Nur Produkte von Direktversicherern wird der Makler nicht anbieten. Dafür erhält er keine Provision und könnte dem Kunden im Schadensfall auch nicht den nötigen Service bieten. Direktversicherer möchten ihre Produkte nur von selbst geschulten Beratern (Ausschließlichkeitsvermittlern) vertreiben lassen. Darf man nur ein Produkt anbieten, weiß man genau, was der Vermittler dem Kunden dazu erzählen soll und was er besser verschweigt. Oder meinte jemals ein BMW-Verkäufer zu Ihnen, dass Audi auch schicke Autos baut? (Audi baut die besten Autos!!!!!!!) ;D

Jede Gesellschaft ist auf einen Versicherungsbereich spezialisiert. Der Makler kann für jeden Bereich den entsprechenden Spezialisten in das Konzept des Kunden einbinden. Nur so kann ihm am Ende das beste Preis-Leistungs-Verhältnis geboten werden. Möchte ein Kunde mehr Leistung und ist bereit dafür mehr Geld zu zahlen, kann der Makler auf seine Wünsche eingehen. Laufen Verträge aus, vergleicht der Makler erneut den Markt und optimiert den Versicherungsschutz, wenn nötig. Makler sind somit flexibler.

Rein rechtlich steht der Versicherungsmakler auf Seiten des Kunden! Er vertritt nicht die Interessen der Gesellschaft!

Aus diesem Grund braucht er eine Berufshaftpflichtversicherung, um tätig werden zu dürfen. Berät der Makler den Kunden falsch, kommt er, beziehungsweise seine Berufshaftpflichtversicherung, für den Schaden auf.

Fazit: Lassen Sie sich von einem unabhängigen Makler beraten. Nur so können Sie das beste Verhältnis aus Preis und Leistung erhalten. Dass Sie dann Verträge bei verschiedenen Gesellschaften haben, ist kein Nachteil. Ihr Makler ist immer die Schnittstelle zwischen Ihnen und den Gesellschaften.

Henry Werner
Henry Werner
soldatenberatung@henrywerner.de

Mein Name: Henry Werner. Ich bin 1994 in Cottbus geboren, wo ich bis heute lebe. Im Alter von 18 Jahren bin ich nach dem Abitur direkt in die Laufbahn der Offiziere bei der Bundeswehr eingestiegen und studierte dort Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München. Mein Ziel für die Zukunft ist es, jedermann eine gute, unabhängige Beratung zu bieten.