Der ehrbare Kaufmann

…über Strukturvertriebe, Banken und anderen Betrügern

Der Ruf des Finanzberaters findet bei den meisten Deutschen eher eine negative Resonanz. Bei Umfragen in Deutschland schneiden Tätigkeitsbereiche der Finanzbranche regelmäßig im untersten Drittel der untereinander verglichenen Berufe ab. Das ist nicht überall so! In anderen europäischen Staaten, wie Frankreich und Großbritannien, ist die gesellschaftliche Stellung gleich der von Anwälten oder Ärzten.

Warum ist das so?

Kurz gesagt: Die Deutschen wurden in der Vergangenheit oft von Beratern hintergangen und um ihr Vertrauen betrogen. Viele große und kleine Skandale der Banken haben das Vertrauen in die Finanzwelt missbraucht und so im gleichen Zuge zerstört. So mussten vielleicht auch Sie schmerzhaft feststellen, dass nicht alles, was Ihnen ein Berater versprochen hat, richtig war.

Lernen durch Schmerz! – der Spruch, der sonst nur in der Armee zu hören war, zieht seine Kreise zunehmend in der Finanzwelt.

Alle Menschen sind klug – die einen vorher, die anderen nachher.“ – Voltaire 18. Jahrhundert

Es gibt verschiedene Ursachen: eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen dabei unteranderem, die Strukturvertriebe. Sicher sind auch Sie schon Teil eines solchen Vertriebes gewesen. Der Hintergrund dieser Betriebe beläuft sich auf das Gruppenverfahren, denn jeder von Ihnen kann und soll mitmachen und gleichzeitig andere werben! Dieses systematisch aufgebaute Verfahren ähnelt in der Struktur der Form einer Pyramide.  Für das Vermitteln und Werben im Bekannten- und Freundeskreis werden ertragreiche Verdienste in Form der Provision versprochen. Damit viele Menschen an einem Produkt verdienen können, muss viel Provision durch ein verkauftes Produkt gezahlt werden. Nur so hat jede Stufe der Pyramide ihren finanziellen Anteil am Verkauf des Produktes.  Fazit: Strukturvertriebe beraten extrem provisionslastig!

„Vorsorge? Fondssparpläne! Was sonst?!“

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie von Vermittlern, Maklern und anderen Finanzberatern nahezu immer ans Herz gelegt bekommen, in Fondssparpläne zu investieren, um privat für Ihr Alter vorzusorgen? Weil es die beste Art der Altersvorsorge ist? Wahrscheinlich erscheint Ihnen diese Art der Argumentation am ehrlichsten, denn warum hat fast jeder einen Sparvertrag dieser Art?

Oftmals werden einem mögliche zusätzliche Altersrenten von über 1.000€ monatlich versprochen. Grundlage der Berechnung ist dann eine jährliche Verzinsung von sechs Prozent oder mehr. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass solche Anlagen durchaus hohe Renditen hervorbringen können. Allerdings tun sie das meist nur über Zeiträume von wenigen Jahren, nicht über Jahrzehnte hinweg, wie in der Kalkulation vorausgesetzt. Die Zukunft und die Entwicklung des Finanzmarktes sind nur schwer voraus zu sagen. Eines ist jedoch sicher: Der Euro ist nach nur 15 Jahren des Bestehens in einer schweren Krise und ein Ende der Krise ist längst nicht in Sicht! ( → „Die Krise, die niemals endet„) Nicht nur die Verzinsung, sondern auch die Garantien sind nicht garantiert! Der deutsche Gesetzgeber hat sich für schwankende Entwicklungen am Finanzmarkt abgesichert und so eine große Fülle an Schlupflöchern in Form von Paragraphen geschaffen.

Nichts im Leben ist garantiert, außer der Tod!

Erst die Bank, dann der Kunde

Die Risiken von privat betriebenen Altersvorsorgen sollen gar nicht Mittelpunkt dieses Beitrages sein. Der „ehrbare Kaufmann“: Was meine ich damit?

Im heutigen Finanzmarkt steht aus Sichten der Banken und Versicherungen vielmehr der eigene Profit im Vordergrund, als das Wohl der Gesellschaft. Banken stellen eigene Gewinnziele über die Bedürfnisse des Kunden. Dies belegt eine Studie der Frankfurt School of Finance and Management in Kooperation mit der Goethe-Universität 2013. Grundlage der Studie waren Daten der Deutschen Bundesbank.

Banken verfolgen zwei Schwerpunkte: Das Eigengeschäft, unter anderem durch Wertpapierhandel, sowie das Geschäft mit den Kunden. Diese werden leider nicht voneinander getrennt. Die drei Bankprofessoren, welche die Studie leiteten, schrieben folgende Sätze:

„Banken verkaufen scheinbar solche Aktien, von denen sie sich trennen wollen, an ihre Kunden. Mit Ausbruch der Finanzkrise haben Banken sogar verstärkt Aktien aus ihren Eigenbeständen an ihre Kunden verkauft. Banken stoßen insbesondere illiquide Aktien direkt an Kunden ab.“ Q1

Illiquide Aktien sind Wertpapiere, welche schwer weiterzuverkaufen sind, weil entweder das Risiko zu hoch oder der Gesamtwert der Anteile eines börsenorientierten Unternehmens zu gering ist. Durch das Verkaufen der Anteile an den Kunden löst sich die Bank von diesen Problemen. Die „Schrottpapiere“ mussten also nicht als Verlustgeschäft am Markt verkauft, sondern gewinnbringend mit Abschlussprovision an den Mann gebracht werden.

„Wenn Banken Aktien aus ihrem Portfolio entfernen wollen, dann haben sie eine große Neigung, das über ihre Kunden zu tun.“ – Falko Fecht, Frankfurt School of Finance and Management, Sep 2013

Doch nicht nur Banken wirtschaften in erster Linie in die eigene Tasche, es sind auch Finanzberater jeder Art. Grundsätzlich sind nicht alle Produkte schlecht, welche für den Vermittler hoch vergütet werden. Was jedoch auffällt ist, dass nur wenige Berater Alternativen anbieten, an denen sie selbst weniger verdienen. Klar ist es für ihn aus finanzieller Sicht besser, gut bezahlte Produkte zu verkaufen. In erster Linie aber müssen die Bedürfnisse des Kunden im Vordergrund stehen! Er muss, unabhängig von der daraus resultierenden Vergütung für den Vermittler, eine freie Wahl treffen können!

Was macht den ehrbaren Kaufmann aus?

Dass er Ihnen eine Wahl lässt, und unabhängig von Provisionserträgen alle zur Verfügung stehenden Produkte erklärt und auf Sie abstimmt!

Dass er Sie über alle Risiken in Kenntnis setzt. Und Ihnen die oben angesprochenen Paragraphen nennt, die Sie gar nicht kennen können.

Dass er Ihnen generell nichts verheimlicht, ehrlich und vor allem verantwortungsbewusst mit Ihnen und Ihrem Geld umgeht.

Mit dem ehrbaren Kaufmann kann man Geschäfte machen, sein Handschlag gilt.

Ein guter Berater hat ein Gewissen Ihnen und ihrem Geld gegenüber!

Er trägt eine enorme Verantwortung für das Wohl unserer Gesellschaft.

Henry Werner

Q1 http://www.wiwo.de/finanzen//boerse/gbureks-geld-geklimper-banken-jubeln-kunden-unbeliebte-aktien-unter/8773400.html; abgerufen 18.01.2014

Henry Werner
Henry Werner
soldatenberatung@henrywerner.de

Mein Name: Henry Werner. Ich bin 1994 in Cottbus geboren, wo ich bis heute lebe. Im Alter von 18 Jahren bin ich nach dem Abitur direkt in die Laufbahn der Offiziere bei der Bundeswehr eingestiegen und studierte dort Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München. Mein Ziel für die Zukunft ist es, jedermann eine gute, unabhängige Beratung zu bieten.